Buchtipp des Monats Juli 2010



Autor: Martin Klein
Titel: Rita das Raubschaf
mit Bildern von Ute Krause
Tulipan-Verlag
Fadenheftung, durchg. 4-farbig
88 Seiten, 16×24 cm
ISBN: 978-3-939944-24-9
Preis: 12,90 €


Das Schaf Rita schwärmt für Piraten. Sein Traum ist es, in warmen Ländern mit anderen Tieren eine Piratenmannschaft zu gründen. Die anderen Schafe haben jedoch einen begrenzten Horizont und zeigen für Ritas Schwärmerei nur Unverständnis. Als eines Tages das Meerschweinchen Ruth bei Ritas Wiese vorbeikommt, beschließen beide, die Welt jenseits des Zaunes kennen zu lernen.

In dieser modernen Tierfabel geht es um reale Grenzen wie Zäune und Käfige. Aber auch um die unsichtbaren, die wir uns selber setzen. Beide gilt es zu überwinden, wenn man seine Träume – mögen sie auch noch so verrückt und unerreichbar sein – verwirklichen will.

Die im Comicstil angelegten Zeichnungen von Ute Krause sind so angelegt, dass man die Geschichte auch nur anhand der Bilder nacherzählen kann.

(Lesealter: 6-9 Jahre)

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Juni 2010



Autorin: Nina Petrick
s/w-Illustrationen von Ute Krause
Verlag: Tulipan Verlag

256 Seiten, 14,8×21 cm
ab 9 Jahre
ISBN: 978-3-939944-34-8

Preis: 14,90 €


Im September 1989 begegnen sich Anne aus Hamburg und Marie aus Ostberlin in einer Jugendherberge am ungarischen Plattensee. Für beide ist schnell klar, dass sie Zwillingsschwestern sein müssen. Um dem Geheimnis ihrer Herkunft auf die Spur zu kommen, beschließen sie, die Rollen zu tauschen.
Ganz klar: Hier stand der Kinderbuch-Klassiker „Das doppelte Lottchen“ von Erich Kästner Pate. Von der Geschichte des Zwillingstausches bis zur Präsentation der Kapitel, die jeweils eine Vorschau beinhalten, bis hin zu den altmodisch-humorvollen Zeichnungen verbeugt sich diese Geschichte immer wieder vor dem Klassiker. Doch würde man dem Buch Unrecht tun, wenn man es als bloße Kopie der Originalgeschichte abstempeln würde. Liebevolle Charaktere und zahlreiche Nebenhandlungen halten das Interesse des Lesers bis zum Schluss wach. Und dadurch, dass die Geschichte um die Ost-West-Problematik erweitert wurde, erhält der junge Leser ganz nebenbei Einblicke in die zwei grundverschiedenen politischen Systeme, die es in Deutschland einmal gegeben hat.

(Lesealter: 8-9 Jahre)

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Mai 2010



Autor: Marko Simsa
Titel: Das Zoo-Konzert
Illustratorin: Silke Brix

Verlag:
JUMBO Neue Medien Verlag GmbH
Format: gebunden
ISBN 9 783833 724 183

Preis: 12,95 €


Rosalie muss ins Bett gehen, ist aber noch kein bisschen müde. Lieber spielt sie noch mit ihrem Stofftier-Zoo. Bühne frei heißt es dann für ein fröhliches Tier-Konzert. Zu den Vortragenden gehören unter anderem ein Krokodil, das den Blues singt, ein Papagei, der ein Seemannslied trällert oder Frösche, welche die Polka tanzen.
Zu dem Buch gehört auch eine CD, auf welcher der Autor der Geschichte zu hören ist, sei es einfach sprechend oder singend. Die Musik stammt dabei von Erke Duit, dessen Komposition verschiedene Musikstile von Sinfoniemusik über Tanzmusik bis hin zum Jazz vereinigt. Zum Ende der Geschichte werden die Instrumente des Orchesters noch einmal einzeln vorgestellt.

Diese multimediale und mit dem Preis der deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete Kunstwerk ist ein Lesevergnügen und Ohrenschmaus zugleich.

(Lesealter: 4-6 Jahre)

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats April 2010



Autor: Paul van Loo
Titel: Viktor, der kleine Werwolf
Illustrationen: Thorsten Saleina
Verlag: Coppenrath-Verlag
Alter: ab 8 Jahre
Format: 15,5×21,0 cm, 176 Seiten
Best.-Nr. 9866
Preis: 9,95 € (D)


In dem Buch geht es um einen Jungen, der sich in einen Werwolf verwandelt hat. Auch als Junge hat er die Werwolffähigkeiten. So ist er bald der Held in Sport und traut sich auch größeren Jungs die Meinung zu sagen. Er verwandelt sich immer bei Vollmond.

Die Figur, Viktor hat mir am besten gefallen, weil er der Werwolf ist und spannende Sachen erlebt. Frau Kreideweiß finde ich total blöd, sie sieht blöd aus und geht voll schlecht mit Hühnern um. Sie macht einen riesen Aufstand.

An der Geschichte fand ich spannend, dass Viktor an seinem achten Geburtstag immer an 3 Tagen im Monat zum Werwolf wird. Spannen war auch, wenn er immer merkte, dass es wieder los geht und er nicht wollte, dass die anderen es merken. Der Schluss war ganz anders, als ich dachte. Aber ich finde es gut, das der geheimnisvolle Fremde aufgelöst wird und Viktor etwas über seine Familie erfährt.

Ich hatte keine Verständnisprobleme, habe alles verstanden und das Buch schnell durchgelesen.

Das Cover ist gut. Es gefällt mir gut und ich habe mir gedacht, dass der Junge vielleicht der Werwolf ist, wegen des Schattens.

Der Titel ist gut, obwohl ich erst gar nicht wusste, was ein Werwolf ist.

Die Gestaltung des Buches ist gut, toll wäre ein Lesezeichen.

Die Spannung die aufkommt, wenn Viktor das kribbeln fühlt, gefällt mir am Besten.

Jorge Worpenberg,
Bottrop, 9 Jahre



Buchtipp des Monats März 2010



Autorin: Christine Goppel
“Anna und der Meerschweinchen-Vampir”
Dudenverlag

Alter: 7 – 10 Jahre
32 Seiten mit vielen farbigen Illustrationen

ISBN: 978-3-411-70821-5
Preis: 6,95 € (D)


Anna ist ein großer Vampir-Fan und stellt sich sogar vor, ihr Bett im Kinderzimmer wäre ein Sarg im Keller eines Schlosses. Sie geht mit einem schwarzen Umhang zur Schule, was ihr allerdings nur den Spott ihrer Mitschüler einbringt, worunter sie sehr leidet. Anna wünscht sich von ihrem Vater, dass er ihr einen Vampir zum Spielgefährten schenkt. Er kauft ihr ein schwarzes Meerschweinchen, das in Annas Fantasie sofort zu einem Meerschweinchen-Vampir wird. Als sie ihr besonderes Meerschweinchen zu einem Haustier-Tag in die Schule mitnimmt, kann sie die Mitschüler für ihre Fantasie-Spiele begeistern. Aber gelingt das auch bei ihrer Erzfeindin Anna?
Diese Vampir-Geschichte ist fern von jedem Schrecken und sorgt besonders durch die humorvollen Zeichnungen vornehmlich für Heiterkeit. Sie zeigt, wie schön selbst erfundene Fantasie-Geschichten sein können, wenn man bereit ist, sich auf sie einzulassen. Ergänzt wird diese Geschichte immer wieder durch eingestreute Fragen, die zum aufmerksamen Zuhören auffordern.

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Februar 2010



Autoren: H. Vandermeeren und M. Pottie
Titel: Der zwöfte Mann

Verlag: Kinderbuchverlag Wolff
Alter: 6-7 Jahre
Format 16,5cm x 24,5cm, 40 Seiten

ISBN 978-3-938766-06-4
Preis 12,90 €


Marco spielt Fußball im Verein und sein Vater begleitet ihn immer. Er hat aber große Probleme, links und rechts auseinander zu halten. Mit seinem Vater traut er sich nicht darüber zu reden, aus Angst ihn wütend zu machen. Sein Freund Lukas hilft ihm da mit einem Trick aus. Doch warum hat Marco dann dieses mulmige Gefühl im Bauch, immer wenn er zum Training muss?

Übertriebene Erwartungen von Eltern an ihre Kinder sind gerade im Bereich des Sports keine Seltenheit. So lässt sich die im Fußballmilieu spielende Geschichte auch auf jede andere Sportart übertragen und hat deshalb auch für beide Geschlechter ihre Gültigkeit. Aus der Erwartungsfalle kommt man nur heraus – und das zeigt diese Geschichte auf eindrucksvolle Weise – wenn man ehrlich zueinander ist und sich bereit zeigt, seine Fehler zuzugeben. Die etwas holzschnittartig daherkommenden, liebevollen Illustrationen bilden für diese eigentlich ernste Thematik die passende Verpackung.

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Januar 2010



Autoren: Stefan Gemmel und
Sonja Piechote-Schobs
Titel: Was ist los mit Marie?

Verlag: edition zweihorn
Alter: ab 3 Jahre
24 Seiten, gebunden

ISBN 978-3-935265-17-1
Preis: € 9,90


Es ist Spielzeugtag im Kindergarten. Die Kinder aus der Bärengruppe habe ihre liebsten und schönsten Spielsachen mitgebracht. Viel neues gibt es zu sehen und auszuprobieren.

Doch etwas ist anders als sonst: Marie zieht sich zurück und spielt ganz für sich alleine. Als Tom herausbekommen möchte, was mit ihr los ist, gibt es sogar Streit und eine große Diskussion. Aber am Ende des Tages haben alle etwas dazu gelernt und erfahren wieder einmal, wie wichtig Freundschaften sind.

(Klappentext)



Buchtipps des Monats Dezember 2009



Autorinnen:
Jutta Langreuter / Dorothea Ackroyd
Titel: Drei Engel und die erste Weihnacht
Verlag: Coppenrath-Verlag
Alter: 3 – 5 Jahre
Format: 23 cm x 30 cm, 32 Seiten
ISBN: 978-3-8157-9673-3

Preis: 12,95 €


Die Geschichte der drei heiligen Könige aus dem Morgenland, welche dem Stern von Bethlehem folgten, der sie schließlich zu Jesus Krippe brachte, ist allgemein bekannt. Bisher verschwiegen wurde, dass für den glücklichen Ausgang der Reise drei Kinder-Engel verantwortlich waren. Diese mussten die Reisegesellschaft vor allerlei Gefahren beschützen, wie etwa vor einem Sandsturm oder vor einer Löwin, die sich eines Nachts dem Lager der Könige näherte. Ergänzt wird diese weihnachtliche Lektüre durch detailfreudige Illustrationen, bei der es jede Menge zu sehen und auch zu fühlen gibt.
(Lesealter: 3-5 Jahre)

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats November 2009



Glitz, Angelika
Am liebsten bin ich Gustav
Ravensburger Buchverlag
Alter: 3-5 Jahre
2009 1. Aufl., 32 Seiten
ISBN-13: 9783473323920
Preis: 12.95 €


Der Hund Gustav gerät in eine Identitätskrise, als eine Kuh ihn für ein Kälbchen hält. Für seinen Freund, den Großmaulfrosch Quaker, ist ebenfalls klar, dass er eine Kuh sein muss. So lebt Gustav fortan ein Leben als Kuh, bis ein Wolf daherkommt und ebenfalls behauptet, dass Gustav einer seinesgleichen wäre.
Die Antwort auf die Frage nach der eigenen Identität ist zu komplex, als dass sie sich rein durch äußerliche Merkmale festmachen ließe. Durch diese Schule muss Gustav gehen, um zum Ende der Geschichte zu einer simplen, aber genialen Antwort zu gelangen.
Eine erste philosophische Lebens-Lektion für unsere Jüngsten, die – unterstützt durch liebevoll-charmante Zeichnungen – sehr leicht zu konsumieren ist.

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Oktober 2009



Autorin: Kerstin M. Schuld
Titel: Pommes & Majo
Verlag: Coppenrath-Verlag
Lesealter: 3 – 5 Jahre

34 Seiten, Format: 21 cm x 28 cm
ISBN: 978-3-8157-8163-0

Preis: 12,95 €


Die Rattenfreunde Pommes, Majo und Mozzarella gründen eine Rockband. Die kleine Maus Gouda will deren Sängerin werden. Doch eine Maus in einer Rattenband – das darf nicht sein. Deshalb veranstalten die Drei ein großes Ratten-Casting. Ob Gouda da noch eine Chance hat?

Castingshows wie “Deutschland sucht den Superstar” stehen auch bei Kindern seit einigen Jahren hoch im Kurs. Mit ihren liebenswerten, tierischen Charakteren und den etwas altmodischen, liebevoll detailierten Zeichnungen zeigt die Autorin ihrer jungen Leserschaft, dass es zum Künstlerdasein neben Talent auch einen festen Willen und den Glauben an sich selbst braucht.

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats September 2009



Aus der Reihe:
“Hase und Holunderbär”
“Auf den Spuren des dicken Bumbu”
Illustrator: Walko
Verlag: arsEdition
Altersempfehlung: 6 – 7
gebunden, 44 Seiten

ISBN-Nr. 9783760741390
Preis: 7,95 €


Was ist das? Plötzlich fällt der kleine Hase bei einem Spaziergang über die Hasenheide in ein Loch! Und da ist nicht nur eines, da sind viele Löcher quer durch die große Wiese! “Das sind ja Fußspuren!”, bemerkt der Holunderbär. Zieht etwa das gefürchtete Hasenheidenmonster durch die Gegend? Die Mäuse haben etwas Gefährliches gesehen und die Marder auch. Der kleine Hase und der Holunderbär wissen genau:
Sie müssen das Monster suchen! Denn so gefährlich kann kein Wesen sein, dass es den beiden Freunden Angst machen würde! Oder etwa doch …?

(Klappentext)



Buchtipp des Monats August 2009



Autorin: Gunnel Linde
Titel: Joppe
Illustr.: Ole Könnecke
Gerstenberg Verlag GmbH & Co. KG
Alter: 5 – 7 Jahre, zum Vor- und Selbstlesen
128 S., gebunden, mit zahlreichen farbigen Abb.
ISBN 978-3-8067-5092-8
Preis: 11.90 €


Joppe ist der Name von dem Stoffmaulwurf, welcher das Lieblingsspielzeug von Ole ist, der mit seiner alleinerziehenden Mutter zusammen lebt. Doch Joppe und Ole werden dauernd getrennt: Mal bleibt er alleine im Aufzug stecken oder er gerät auf die Mülldeponie oder wird im Supermarkt eingeschlossen. Wie gut, dass es da noch den Nachbarn Olsson gibt, der Joppe und Ole stets wieder zusammenbringt.
Die Geschichten von einem Jungen und seinem Spielzeug, das ihm stets durch von ihm verursachte Missgeschicke abhanden kommt, zeigt, dass auch der Alltag Geschichten bereit hat, wenn man es denn versteht, sie zu erzählen. Das tut die Autorin Gunnel Linde, deren Bücher in ihrer Heimat Schweden längst zu den Klassikern der Kinderbuchliteratur gehören. Abgerundet wird diese Geschichtensammlung durch die wunderbar altmodischen Zeichnungen von Ole Könnecke, die in ihrem Stil an die Werke der „Vater und Sohn“-Buchreihe von E.O.Plauen erinnern.

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Juli 2009



Isabel Abedi
» Lola macht Schlagzeilen «
Lola, Band 2
Illustrationen von Dagmar Henze
Loewe Verlag GmbH
ab 9 Jahren
176 Seiten, Hardcover
ISBN 978-3-7855-5337-4
Preis: 10,90 €


Lola geht in die 4. Klasse, hat einen brasilianischen Vater und eine zweieinhalbjährige Tante. Nachts schlüpft sie in die Rolle der berühmten Zeitungsreporterin Lo.Ve. Ihr Traum vom Reporterdasein wird wahr, als sich für sie die Möglichkeit bietet, für eine Schülerzeitung zu schreiben. Zusammen mit ihrer besten Freundin Flo begibt sie sich auf die Suche nach einem Thema für die Titelgeschichte. Vielleicht gelingt den beiden Freundinnen ja die Ergreifung des Wasserpistolenbanditen, der seit Wochen Hamburg in Atem hält?

Lola, die Titelheldin einer Kinderbuchreihe der Autorin Isabel Abedi, ist ein selbstbewusstes, neugieriges und verantwortungsvolles Mädchen unserer Zeit. Thema dieses Buches ist das Nachrichtenwesen über das erste Grundkenntnisse vermittelt werden. Eingebettet wird dieses in die mal ernsten, mal spannenden und lustigen Geschichten des Alltags erzählt aus Lolas Perspektive. Dabei werden mögliche Tabuthemen wie Körperhygiene und Sexualität nicht ausgeklammert, sondern ganz natürlich und unaufgeregt in den Fluss der Geschichte integriert.
(Lesealter: Mädchen und Jungen von 9-11 Jahren)

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Juni 2009



Text:
Robert Houlden/
Becky Bloom
Der kultivierte Wolf
Illustrator: Pascal Biet
Lappan-Verlag GmbH
ab 4 Jahren
32 Seiten

ISBN 978-3-8303-1139-3
Preis: 9,95 €


Ein hungriger Wolf trifft auf der Suche nach Nahrung auf eine Kuh, ein Schwein und eine Ente, die alle begeisterte Leser sind. Um deren Aufmerksamkeit zu gewinnen, lernt er erst das Lesen, dann das Vorlesen, was diese kultivierten Tiere vorerst gar nicht zu beindrucken scheint. Eine mit lustig-liebevollen Zeichnungen versehende Geschichte, die jungen Lesern Lust auf das Lesen lernen macht und Erwachsene dazu animiert, noch bessere Vorleser zu werden.

Harald von Treuenfels

Auch der Bildungspolitiker Özcan Mutlu ist von diesem Buch begeistert. So konnten ihm viele neugierige Kinder am Welttag des Buches 2008 lauschen, als er mit vollem Körpereinsatz daraus vorlas.



Buchtipp des Monats Mai 2009



Barbara Steinitz
Schnurzpiepegal
BAJAZZOVERLAG
ab 4-5 Jahren
Bilderbuchformat

ISBN 978-3-905871-03-6
Preis: 14,90 €


Leonora ist kugelrund, liebt Opern und besitzt einen kleinen, dünnen Hund namens Fidelio, der stets heulen muss, wenn Leonora ihr Grammofon anschaltet. Joschka dagegen ist spindeldürr, stellt Pralinen zuhause her und besitzt eine große, dicke Hündin mit dem Namen Pistazia, die am liebsten Joschkas Pralinen nascht. Beide Gemeinschaften sind eigentlich glücklich miteinander, wenn da nicht die Leute wären, die meinten, sie würden gar nicht zueinander passen. Eines Tages begegnen sich Leonora und Joschka beim Gassi führen und beschließen spontan ihre Hunde zu tauschen. Aber glücklicher werden sie dadurch auch nicht. Bis ihnen eine Idee kommt …
Steh’ zu dir und deinen Vorlieben, egal was die Leute sagen, ist die Moral dieser mit sehr schönen und vor allen Dingen humorvollen Bildern versehenen Geschichte.

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats April 2009



Ein Seepferdchen für

Elisabeth Zöller
Ein Seepferdchen für Oskar

Ab 3 Jahren
32 Seiten, Geb. mit Fadenheftung

ISBN 978-3-596-85255-0
Fischer Schatzinsel
Preis € (D) 12,90


Freitag ist für Oscar Bauchschmerztag, denn da geht er immer ins Schwimmbad. Da er sich nicht traut vom Beckenrand zu springen und zu tauchen, wird er von den anderen Kindern immer ausgelacht. Als sein Vater davon erfährt, beschließt er seinem Sohn zu helfen. Äußerst charmant illustriert, erzählt diese kleine Alltagsgeschichte für Mädchen und Jungen von der Wichtigkeit familiären Zusammenhalts. Denn wo Vertrauen herrscht, kann gemeinsam über Ängste geredet werden, um sie anschließend überwinden zu lernen.

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats März 2009



Chris Mould
Der Geist von Sleepy Hollow
Zehn Schauergeschichten

Pappband, gebunden
93 Seiten

Ravensburger Buchverlag
ISBN: 978-3-473-3476-0
Preis: 12,95 €


Für junge Leser ab 10 Jahren erzählt Chris Mould 5 Geistergeschichten der Weltliteratur (Edgar Allan Poe, Washington Irving, Charles Dickens) nach und ergänzt die Sammlung durch 5 eigene Geschichten. Da gibt es einen kopflosen Reiter, die personifizierte Angst; Marmorfiguren von Bösewichten, die am Abend vor Allerheiligen von ihren Sockeln steigen oder einen Toten der des Nachts über die Landstraße fährt und Anhalter mitnimmt. Die Geschichten von Chris Mould können durchaus mit ihren klassischen Vorbildern mithalten. Die sehr farbenfrohen Zeichnungen bringen dabei gut die durch die Geschichten transportierte Atmosphäre rüber. Die Erzählungen wurden so entschärft, dass sie für die Altersgruppe passend gemacht worden sind. Aufgrund des Inhalts und der dazugehörigen schön-schauerlichen Zeichnungen ist dieses Buch nur jungen, mutigen Lesern zu empfehlen.

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Februar 2009



Ulrike Mühlhoff:
Die kleine Prinzessin und der Drache, der nicht fliegen konnte

Mit Fotos/Illustrationen von Ulrike Mühlhoff
Gebundenes Buch, Pappband, 32 Seiten, 24,0×32,0 cm

ISBN: 978-3-570-13278-4
Verlag: cbj
Preis: 12,95 €


Die kleine Prinzessin Firlifanzia hat eines Tages genug vom langweiligen Prinzessinnendasein und begibt sich auf eine Reise. Sie befreundet sich mit einem alten Drachen und gemeinsam gelangen sie in das Land des Lächelns. Hier hat ein böser Zauberer den Menschen das Lachen geklaut. Ein unmöglicher Zustand, den die Prinzessin zu ändern beschließt .

Nur gemeinsam ist man stark ist die einfache, aber klare Botschaft dieser Erzählung, welche dieses Buch unverkrampft rüberbringt. Kind gerechte Zeichnungen, vorwiegend in den Farben blau, grün und gelb gehalten, runden das Lesevergnügen ab. (Lesealter: 4-5 Jahre)

Harald von Treuenfels



Buchtipp des Monats Januar 2009



Martin Baltscheit

*Die Geschichte vom Löwen,
der nicht schreiben konnte*
ab 4 Jahre

ISBN 3 907588 36 3
BAJAZZO VERLAG
Preis: 13,00 €


93% aller täglich ausgetragenen Briefe sind laut Postsprecherin Geschäftsbriefe, Werbung, Behördenschreiben u.ä., jedenfalls nicht von privat an privat, schon gar nicht von Hand geschrieben. Und da bricht dieses Buch tatsächlich eine Lanze für eigenhändige und mit der Post verschickte Pirvatbriefe?!

Immerhin, es geht um einen Liebesbrief: Ein Löwe, der “brüllen und Zähne zeigen” kann – offenbar hinreichende Fähigkeiten, um als ‘König der Tiere’ durchzugehen – hat sich in eine Löwin verliebt, die eine Dame ist und der er sich daher schriftlich nähern möchte. Zwar kann er nicht schreiben, aber es gibt ja genug andere Tiere in seinem Herrschaftsbereich, die das für ihn erledigen können. Bloß: Ein Affe oder ein Mistkäfer haben nun einmal ganz andere Vorstellungen von einem Liebesbrief als ein Löwe, was auch die altersgemäßen Illustrationen in amüsanter Weise verdeutlichen. Wenn das kein Grund zum Brüllen ist! Und wer hilft ihm nun?

Die schöne kleine Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte, sieht von außen wie ein Brief von Kinderhand aus – mit Briefmarken, krakeliger Schrift und Abdrücken von schmutzigen Pfoten – und ist innen eine Fundgrube von Lebenserfahrungen wie: daß brüllen können allein nicht genügt, daß jeder verschiedene Vorstellungen von Leben und Liebe hat und daß es (daher) gut ist, wenn man selbst schreiben und lesen kann.

P.S. Gibt es vielleicht noch weitere Anlässe für eigenhändige Briefe? Die vielen Briefmarkenentwürfe auf den Vorsatzblättern sehen jedenfalls verlockend aus.

Michael Roeder



Buchtipp des Monats Dezember 2008



Patricia Schröder
Reihe:
Erst ich ein Stück, dann du
Titel:
Eine Burg für Ritter Rudi
Illustrationen von Karsten Teich

ab 6 Jahren

ISBN: 978-3-570-13547-1

Verlag: cbj
Preis: 7,95 Euro


Ein etwas dösiger Ritter, ein praktisch denkender Esel und eine hasenfüßige Rüstung – was braucht es mehr, um “neue Länder zu erobern, Königsheere zu besiegen, gegen Drachen zu kämpfen und die Gunst eines Burgfräuleins zu gewinnen”, damit endlich Schluß ist mit langweiligen Sonntagen auf der abgelegenen Burg. Da trifft es sich gut, daß der kindische Drachen am liebsten Blumen frißt, die er sich zu Rudis Glück von einem edlen Burgfräulein pflücken läßt, das seinerseits nicht wieder in seine langweilige Elternburg zurück möchte.

Die Geschichte ist flott erzählt in einem angemessen unernsten Ton – und hat eine Besonderheit: Textstücke in unterschiedlicher Schriftgröße und Länge wechseln sich ab, so daß einmal der Erwachsene, dann das Kind vorliest: ein gemeinsames Erlebnis für beide.

Fazit: So richtig langweilige Sonntage können sehr aufregend werden, wenn man auf einen Esel hört.

Michael Roeder



Buchtipp des Monats November 2008



Jutta Langreuter, Silvio Neuendorf
Käpt’n Sharky
und das Geheimnis der Schatzinsel
und das Seeungeheuer
und die Gefängnisinsel
ab 3 Jahre

ISBN 978-3-8157-7283-6
ISBN 978-3-8157-4348-5
ISBN 978-3-8157-8378-8

Coppenrath Verlag

12,95 Euro


Käpt’n Sharky ist ein kleiner Junge, der von sich sagt, er sei “der Schrecken der Meere”, der aber eigentlich nur spielen will; sein Gesichtsausdruck erinnert an die Piratenfiguren von Playmobil. Er ist das, was jeder kleine Junge auch sein möchte: todesmutig, unternehmungslustig und umweltfreundlich; und wenn er mal müde oder traurig ist, schmiegt er sich an seine Kuscheldecke.- Dann gibt es an Bord noch einen Papagei und „die Ratte“, das genaue Gegenstück zu Käpt’n Sharky, also ängstlich, selbstsüchtig, etwas beschränkt, ein Befehlsempfänger. Die Ratte ist für alles zuständig, was mit Arbeit zu tun hat, sei es in der Kombüse, an Deck oder in der Takelage. Ohne die namenlose Ratte liefe absolut nichts.

Neu an Bord kommen im ersten Band – Käpt’n Sharky und das Geheimnis der Schatzinsel – Michi und eine Schildkröte. Michi – ein Junge wie du und ich – langweilt sich sehr und ist deshalb froh, von Käpt’n Sharky „mit auf die Reise genommen“ zu werden (bis er abends wieder nach Hause muß). Die Reise geht zu einer Schatzinsel. Zwar bergen Käpt’n Sharky und Michi aus Gründen des Umweltschutzes keinen Schatz, nehmen dafür aber ein Schildkrötenbaby mit – wodurch eine weitere Verbindung zu einem schon erfolgreich eingeführten Produkt hergestellt ist, nämlich zum ersten Teil der drei Flüche der Karibik.

Im zweiten Band – Käpt’n Sharky und das Seeungeheuer – erfährt der kleine Leser, daß Seeungeheuer eigentlich auch nur spielen wollen – und zu ihren Freunden stehen, wenn die Großen (hier verkörpert durch den alten Bill und seine Seeräubermannschaft) Ärger machen. Und im bisher letzten Band – Käpt’n Sharky und die Gefängnisinsel – rettet großmütig der kleine die großen Seeräuber, denn wenn es hart auf hart geht gegen den natürlichen Feind aller Seeräuber, die Kriegsmarine, halten echte Piraten natürlich zusammen.

Alle drei Bände haben großformatige, meist doppelseitige ansprechende Bilder, die flächig angelegt und in kräftigen Farben gehalten sind. In den Bildern lassen sich viele Seltsamkeiten entdecken, was Anlaß zu Erstaunen und Lachen gibt. Der Text nimmt meist weniger als ein Viertel einer Doppelseite ein. Die Sätze sind in der Regel kurz, manchmal bestückt mit milden Kraftausdrücken, wie sie nun einmal zu einem Piraten gehören, was den Jungen Freude machen wird. Wo es um nautische Bezüge geht, benutzt Käpt’n Sharky die seemännische Fachsprache.

Es bleibt noch zu erwähnen, daß dies nicht einfach Bücher für Jungen ab vier sind, sondern (ebenso wie Felix und – für Mädchen – Pferdefreunde und Prinzessin Lillifee) der Einstieg in eine “Marke”: Im neuesten Katalog von Coppenrath/Die Spiegelburg braucht es immerhin 30 Seiten, um die gesamte Produktpalette “Käpt’n Sharky” vorzustellen, mit der das Leben eines kleinen Piraten recht umfassend abgedeckt ist.

Michael Roeder